Mein erster Triathlon „Kinzigtal“

Begonnen hat alles im Herbst 2019, als ich mich beim Kraulkurs des TV Langen angemeldet habe. Das wollte ich schon immer mal lernen.
Nach dem erfolgreich absolvierten Kurs wollte ich unbedingt dranbleiben, und insbesondere die Ausdauer im Kraulschwimmen trainieren, und so landete ich dann recht flott in der Breitensportgruppe der Triathleten und schwimme dort seitdem 2x pro Woche. Privat jogge ich noch ca. 2x pro Woche. Radfahren tue ich hauptsächlich gemütlich mit den Kindern. Dass ich je bei einem Triathlon mitmachen würde kam mir damals eigentlich nicht in den Sinn, obwohl ich diesen Sport schon immer recht faszinierend fand.

Anfang 2022 dann kam der Aufruf unseres Abteilungsleiters Frank Endt, dass es zum Saisonauftakt am 1. Mai einen ganz tollen Triathlon-Wettkampf in Gelnhausen gibt (Kinzigtal-Triathlon), bei dem schon in der Vergangenheit immer viele Langener gestartet seien. Die „Jedermann“-Distanz von 500m Schwimmen, 18km Radfahren und 5km Laufen klingt auch für Einsteiger machbar. Er ermunterte uns sich anzumelden, explizit auch uns Breitensportler und „Neulinge“.
Das habe ich dann kurzerhand auch gemacht. Hinterher war mich dann doch etwas mulmig zumute, weil ich mir nicht so recht vorstellen konnte, ob ich nach 18km Radfahren überhaupt noch imstande sein würde, nochmal 5km zu laufen.

Netterweise hat Frank mir ein Rennrad als Langfrist-Leihgabe überlassen, mit dem ich seitdem mehrfach den Radschnellweg zwischen Langen und Wixhausen hin- und her-geflitzt bin. Das macht wirklich Spaß, und geht viel schneller und zugleich kraftsparender als mit meinem Cityrad, mit dem ich sonst unterwegs war. Das Training hat mir auch die Sorge vor der Disziplin genommen, weil ich gemerkt habe, dass sich mit einem Rennrad 20km recht stressfrei fahren lassen.

An Ostern gab es noch ein Spezielles Wechseltraining, wo die Neulinge gelernt haben, wie man vom Schwimmen zum Radfahren und hinterher zum Laufen wechselt. Das war bestimmt super, aber leider habe ich dieses Training verpasst, weil ich zu der Zeit Skifahren war. Dabei habe ich mir leider noch das Knie verdreht und gezerrt, und der Orthopädie verordnete 2 Wochen Sportpause und riet mir von einem Triathlon ab. Traurig darüber wollte ich meine Teilname stornieren, wofür es aber schon zu spät war. Nachdem kurz vor dem Wettkampf ein Testlauf und eine Test-Radfahrt keine Probleme machten, wertete ich dies als Wink des Schicksals, und beschloss, es doch zu versuchen.

Und so kam der große Tag, der 1. Mai…
Morgens um 7:00 Uhr saß ich im Auto Richtung Gelnhausen. Die Wetttervorhersage war eher durchwachsen/kühl, und so wusste ich nicht so recht, was man am besten anziehen sollte. Also habe ich kurzerhand alles eingepackt (kurze Sachen, lange Sachen, Jacke, …)
Vor Ort dann war alles super organisiert. Ich holte meine Startnummer und den Chip ab, den man sich per Klettband an den Fußknöchel bindet, und der zur Zeiterfassung aller Disziplinen dient. Die Temperatur war nur etwa 10 Grad, und so fühlte es sich auch an.

Dann galt es, die Wechselzone einzurichten: Also den Ort, wo das Fahrrad parkt, und wo man zwischen Schwimmen und Radfahren wechselt, und hinterher zwischen Radfahren und Laufen. Einige andere Athletinnen gaben mir noch hilfreiche Tipps, insbesondere, dass ich auf keinen Fall eine lange Hose zum Radfahren anziehen solle, sondern lieber eine Weste oder Jacke obenrum. Und so bereitete ich neben dem geparkten Fahrrad 3 Häufchen vor: Eines mit den Fahrradsachen (Schuhe, Socken), und eines mit den Laufsachen (Sonnencap). Und noch einen dritten Haufen „sicherheitshalber“. Man weiß ja nie beim ersten Mal…

Nach und nach kamen auch die anderen der insgesamt 19 Langener Triathleten, sofern sie nicht schon vorher gestartet sind. Und auch noch einige der Mini-Tria Kinder mit ihren Eltern.
Dann rückte mein Starttermin von 8:50 näher, und ich zog mir den schicken Triathlon-Einteiler an. Der ganz große Vorteil davon ist, dass man sich nicht umziehen muss nach dem Schwimmen, sondern alle 3 Disziplinen darin absolvieren kann.

Kurz vor dem Start ging es zum Schwimmbecken. Jeder bekam eine andersfarbige Badekappe, und wir gingen ins Wasser; jeweils 4 Schwimmer pro Bahn. Die Sorge, bei den frostigen Temperaturen ins „kalte Wasser“ zu müssen bewahrheitete sich nicht: Das Becken mit seinen 24 Grad war angenehm warm, man wollte am liebsten gar nicht mehr raus.

Dann kam der Startschuss, und es ging los! Da dies mein erster Triathlon war, blieb ich sicherheitshalber doch beim „bewährten“ Brustschwimmen, und wurde dort immerhin 3. von 9 in meiner Altersklasse.

Nachdem 10 Bahnen absolviert waren ging es schnell raus, Badekappe ausziehen und zur Wechselzone laufen. Die Zeit läuft schließlich weiter, und da darf man nicht trödeln.
Kurz abtrocknen, dann Socken, Schuhe, dünne Jacke, Startnummer und Helm angezogen, und schon konnte es losgehen.
Das Rad musste bis zur Startlinie geschoben werden, erst dann durfte man aufsitzen und losradeln.

Den Übergang vom Schwimmen, kurz laufen und dann Radeln fand ich unerwartet schwierig. Nach weniger als einem Kilometer schmerzten die Oberschenkel, und ich dachte schon, das wäre es jetzt gewesen. Aber irgendwie ging es dann Meter um Meter besser, und irgendwann lief es plötzlich ganz rund, und so fuhr ich gemeinsam mit all den anderen Triathleten über die abgesperrte Bundesstraße. Eigentlich so, wie damals beim Training. Die Strecke war im großen und ganzen eben, und so kam dann nach 9km der Wendepunkt, und es ging wieder zurück.

Deutlich flotter als erwartet/befürchtet war ich wieder am Schwimmbad.
Die letzten Meter musste das Rad wieder geschoben werden. Dann schnell einparken, Helm aus, Sonnenkappe auf, und los geht’s auf die finale Laufstrecke.

Auch hier fand ich den Übergang vom Radeln zum Laufen überraschend schwer. Nach wenigen hundert Metern hielt ich kurz an, dehnte 10 Sekunden lang die Beine, und lief dann weiter. Danach lief es rund und problemlos. Die 5km Strecke verlief schön eben durch das schöne Kinzigtal. Nach 2,5km gab es wieder einen Wendepunkt, und es ging wieder zurück Richtung Schwimmbad.

Dann endlich war das Ziel in Sicht!
Nur noch eine letzte kleine Anhöhe nehmen, und ich konnte das Ziel-Tor durchschreiten!

Hinter dem Ziel gab es sogleich eine Finisher-Medaille und eine Verpflegungsstation.

Ich bin diesen Wettkampf mit dem „Olympischen Gedanken“ angegangen. Ich wollte es schaffen, und ohne Pausen. Und natürlich all die Erfahrungen sammeln, mit den drei Disziplinen, den Wechseln usw. Als Zielzeit dachte ich, alles unter 1:45h wäre super.
Letztendlich habe ich diesen Triathlon in 1:41:27 geschafft, als 6. (von 9) meiner Altersklasse.
Das mag zwar im Vergleich zu meinen Langener Mitstreitern eher langsam gewesen sein, aber für mich persönlich war es ein ganz tolles Ergebnis.

Ich habe sehr viele tolle und einzigartige Erfahrungen gesammelt bei diesem Triathlon!
Und bestimmt wird dies nicht mein letzter Triathlon gewesen sein!

Susanne

Ich war und bin sehr glücklich und auch stolz auf mich, diese große sportliche Herausforderung gemeistert zu haben!